Bildung

Privatschule oder staatliche Schule: Was bekommt unser Kind für das Schulgeld?

Lohnt sich für unser Kind eine Schule in freier Trägerschaft, etwa Waldorf, Montessori oder eine kirchliche Schule, oder ist die staatliche Schule im Viertel die bessere Wahl?

Knapp jedes zehnte Schulkind in Deutschland lernt an einer Privatschule, im Schuljahr 2024/25 waren es rund 807.900. Die meisten sind Ersatzschulen, die der Staat genehmigen muss und die zu denselben Abschlüssen führen. Das Grundgesetz verlangt, dass sie Kinder nicht nach dem Einkommen der Eltern sortieren, deshalb staffeln viele das Schulgeld. Den Ausschlag gibt am Ende die konkrete Schule.

Kurze Antwort

Eine Privatschule lohnt sich, wenn eine ganz bestimmte Schule etwas bietet, das Ihr Kind nachweislich braucht, etwa ein Konzept, das zu seiner Art zu lernen passt, oder deutlich kleinere Klassen, und wenn Sie das Schulgeld bis zum Abschluss ohne Druck tragen können. Klären Sie vorher, ob die Schule staatlich anerkannt ist und wie die Abschlussprüfungen laufen. Ist die staatliche Schule vor Ort solide und bietet einen verlässlichen Ganztag, spricht viel dafür, dort zu bleiben und das Geld gezielt in Förderung zu stecken.

Vorlagen-Balance

Klares Nein

Die Nachteile überwiegen die Vorteile deutlich.

35%
Dafür
65%
Dagegen
Stärkster Vorteil

Ein eigenes Konzept wie Waldorf, Montessori oder ein bilingualer Zug passt manchmal besser zum Kind

Größtes Risiko

Hochglanzprospekte sagen wenig, die Qualität einzelner freier Schulen schwankt stark

So entsteht das Ergebnis

Jeder Eintrag zählt mit dem Gewicht, das Sie ihm gegeben haben. Unterpunkte können ihren übergeordneten Punkt um bis zu 50 % verstärken oder abschwächen — Ihre eigene Bewertung bleibt stets maßgeblich.

Tippen Sie unten auf ein beliebiges Argument, um es auszuschalten und zu beobachten, wie sich die Balance verschiebt — Unterargumente verändern das Gewicht ihres übergeordneten Punkts.

Vorteile

Nachteile

Machen Sie sie zu Ihrer eigenen

Passen Sie die Argumente und Gewichtungen an Ihre Situation an — das Ergebnis wird live neu berechnet.

Prüfen Sie, bevor Sie entscheiden

  • Besuchen Sie den Tag der offenen Tür beider Schulen und fragen Sie nach einer Hospitation im Unterricht
  • Fragen Sie, ob die Schule staatlich anerkannt oder nur genehmigt ist und wie die Abschlussprüfungen ablaufen
  • Lassen Sie sich die Schulgeldordnung mit Einkommensstaffel, Geschwisterrabatt und allen Zusatzkosten geben
  • Rechnen Sie das Schulgeld über die gesamte Schulzeit durch und ziehen Sie die Steuerersparnis aus dem Sonderausgabenabzug ab
  • Erkundigen Sie sich an der zuständigen staatlichen Grundschule, welches Ganztagsangebot Ihr Kind dort bekommt
  • Sprechen Sie mit Eltern aktueller Schüler, auch mit solchen, die Ihnen die Schule nicht selbst vermittelt
  • Testen Sie den Schulweg zur üblichen Uhrzeit, so wie Ihr Kind ihn später mit Bus oder Rad fahren würde

Häufig gestellte Fragen

Was kostet eine Privatschule in Deutschland?
Das hängt stark von Bundesland und Träger ab. Ersatzschulen erhalten staatliche Zuschüsse und dürfen wegen des Sonderungsverbots im Grundgesetz kein Schulgeld verlangen, das Familien mit wenig Geld faktisch ausschließt. Viele kirchliche Schulen nehmen wenig oder gar kein Schulgeld, Waldorf- und Montessorischulen staffeln es häufig nach Einkommen. Internationale Schulen und Internate liegen deutlich darüber. Rechnen Sie Mittagessen, Nachmittagsbetreuung, Fahrten, Klassenfahrten und Beiträge zum Förderverein mit ein.
Kann ich das Schulgeld von der Steuer absetzen?
Ja. 30 Prozent des Schulgelds zählen als Sonderausgaben, höchstens 5.000 Euro im Jahr pro Kind, wenn die Schule zu einem anerkannten Abschluss führt und in der EU oder im EWR liegt. Anteile für Unterkunft, Betreuung und Verpflegung gehören nicht dazu. Den Betreuungsanteil, etwa für den Hort, können Sie bei Kindern unter 14 aber als Kinderbetreuungskosten angeben, zu 80 Prozent und bis zu 4.800 Euro im Jahr. Lassen Sie sich von der Schule eine aufgeschlüsselte Bescheinigung geben.
Sind Abschlüsse an Privatschulen gleichwertig?
Ersatzschulen müssen in Lehrzielen, Ausstattung und Ausbildung der Lehrkräfte mit öffentlichen Schulen mithalten, sonst gibt es keine Genehmigung. Ist eine Schule zusätzlich staatlich anerkannt, nimmt sie Prüfungen selbst ab und stellt Zeugnisse wie eine öffentliche Schule aus. An nur genehmigten Schulen legen die Jugendlichen ihren Abschluss als externe Prüfung ab. Fragen Sie deshalb gezielt nach dem Status und danach, wie Mittlerer Schulabschluss und Abitur dort ablaufen.
Was ändert der Rechtsanspruch auf Ganztagsbetreuung an unserer Entscheidung?
Seit August 2026 haben Kinder der ersten Klasse Anspruch auf Betreuung an fünf Tagen mit je acht Stunden, der Unterricht wird eingerechnet. Jedes Jahr kommt eine Klassenstufe dazu, ab August 2029 gilt der Anspruch für die ganze Grundschule. Wer bisher vor allem wegen der Nachmittagsbetreuung über eine Privatschule nachgedacht hat, sollte zuerst prüfen, was die staatliche Grundschule vor Ort inzwischen anbietet.

Lohnt sich für unser Kind eine Schule in freier Trägerschaft, etwa Waldorf, Montessori oder eine kirchliche Schule, oder ist die staatliche Schule im Viertel die bessere Wahl?

Machen Sie sie zu Ihrer eigenen