Bildung

Mit 30 oder 40 noch studieren, auch ohne Abitur?

Lohnt es sich, nach Ausbildung und Berufsjahren noch ein Studium anzufangen, wenn Job, Miete und vielleicht Kinder längst feste Größen in Ihrem Leben sind?

Für ein Studium brauchen Sie in Deutschland nicht zwingend Abitur. Meister, Techniker und Fachwirte dürfen jedes Fach studieren, wer eine Ausbildung und Berufserfahrung mitbringt, oft ein fachnahes. Auch beim Geld gibt es mehr Hilfe als gedacht, vom elternunabhängigen BAföG bis zum Aufstiegsstipendium. Die eigentliche Frage ist, ob Ihr Alltag die Jahre bis zum Abschluss trägt.

Kurze Antwort

Ein Studium mit 30 oder 40 lohnt sich, wenn der Abschluss Ihnen eine konkrete Stelle oder Laufbahn öffnet und die Finanzierung steht. Klären Sie zuerst den Zugang ohne Abitur an Ihrer Wunschhochschule, dann BAföG, das für Berufserfahrene oft elternunabhängig ist, und das Aufstiegsstipendium. Mit Familie und festen Kosten fahren Sie mit einem berufsbegleitenden oder Fernstudium meist besser als mit Vollzeit. Erreichen Sie dasselbe Ziel mit Meister oder Fachwirt, ist das oft der kürzere Weg.

Vorlagen-Balance

Zu knapp für eine Entscheidung

Die Seiten halten sich fast die Waage — versuchen Sie, große Punkte weiter aufzuschlüsseln.

53%
Dafür
47%
Dagegen
Stärkster Vorteil

Nach einer dreijährigen Ausbildung und drei Berufsjahren bekomme ich BAföG unabhängig vom Einkommen meiner Eltern

Größtes Risiko

Ein Vollzeitstudium heißt jahrelang BAföG-Niveau statt Facharbeitergehalt, während die Miete weiterläuft

So entsteht das Ergebnis

Jeder Eintrag zählt mit dem Gewicht, das Sie ihm gegeben haben. Unterpunkte können ihren übergeordneten Punkt um bis zu 50 % verstärken oder abschwächen — Ihre eigene Bewertung bleibt stets maßgeblich.

Tippen Sie unten auf ein beliebiges Argument, um es auszuschalten und zu beobachten, wie sich die Balance verschiebt — Unterargumente verändern das Gewicht ihres übergeordneten Punkts.

Vorteile

Nachteile

Machen Sie sie zu Ihrer eigenen

Passen Sie die Argumente und Gewichtungen an Ihre Situation an — das Ergebnis wird live neu berechnet.

Prüfen Sie, bevor Sie entscheiden

  • Bei der Studienberatung Ihrer Wunschhochschule klären, welche Zugangsregeln für beruflich Qualifizierte in Ihrem Bundesland gelten
  • Beim Studierendenwerk ausrechnen lassen, ob Sie BAföG elternunabhängig bekommen und ob die Altersgrenze für Sie entfällt
  • Auf sbb-stipendien.de Voraussetzungen und Fristen des Aufstiegsstipendiums prüfen, bevor Sie sich einschreiben
  • Mit dem Arbeitgeber über Teilzeit, Bildungsurlaub und eine Kostenbeteiligung sprechen und Rückzahlungsklauseln genau lesen
  • Bei der Krankenkasse erfragen, wie Sie als Studierender über 30 versichert sind und was das kostet
  • Vor dem ersten Semester einen Vorkurs in Mathe oder wissenschaftlichem Arbeiten belegen, etwa an der Hochschule oder der Volkshochschule
  • Eine typische Woche mit Vorlesungen, Lernzeit und Familienterminen im Kalender durchspielen

Häufig gestellte Fragen

Kann ich ohne Abitur studieren?
Ja. Mit einem Meister-, Techniker- oder Fachwirtabschluss haben Sie seit einem Beschluss der Kultusministerkonferenz von 2009 die allgemeine Hochschulzugangsberechtigung und können jedes Fach wählen. Mit einer mindestens zweijährigen Berufsausbildung und Berufserfahrung steht Ihnen meist ein fachgebundenes Studium offen. Wie viele Berufsjahre nötig sind und ob eine Eignungsprüfung dazukommt, regelt jedes Bundesland selbst, die Studienberatung der Hochschule kennt die Details.
Bekomme ich mit über 30 noch BAföG?
Häufig ja. Die Altersgrenze liegt bei 45 Jahren zu Beginn des Studiums. Sie gilt gar nicht, wenn Sie über Ihre berufliche Qualifikation zugelassen wurden oder Ihr Abitur am Abendgymnasium oder Kolleg nachgeholt haben und direkt danach anfangen. Wer bei Studienbeginn mindestens 30 ist oder nach einer dreijährigen Ausbildung drei Jahre gearbeitet und sich selbst finanziert hat, bekommt BAföG ohne Anrechnung des Elterneinkommens. Den Antrag stellen Sie beim Studierendenwerk.
Welche Stipendien gibt es für Berufserfahrene?
Das bekannteste ist das Aufstiegsstipendium der Stiftung Begabtenförderung berufliche Bildung. Sie brauchen eine abgeschlossene Ausbildung, mindestens zwei Jahre Berufspraxis und einen Leistungsnachweis, etwa einen sehr guten Abschluss oder eine Aufstiegsfortbildung. Eine Altersgrenze gibt es nicht. Gefördert wird das erste Studium, in Vollzeit mit 1.072 Euro im Monat, berufsbegleitend mit 3.045 Euro im Jahr.
Kann ich für das Studium Bildungsurlaub nehmen?
Teilweise. In 14 Bundesländern haben Beschäftigte meist Anspruch auf fünf Tage Bildungsurlaub im Jahr, Sachsen führt ab 2027 drei Tage ein, Bayern kennt keinen gesetzlichen Anspruch. Freigestellt werden Sie nur für Veranstaltungen, die in Ihrem Land anerkannt sind. Fragen Sie Ihre Hochschule, ob das für Präsenzphasen oder Seminare gilt, und sprechen Sie mit dem Arbeitgeber über Teilzeit in Prüfungsphasen.

Lohnt es sich, nach Ausbildung und Berufsjahren noch ein Studium anzufangen, wenn Job, Miete und vielleicht Kinder längst feste Größen in Ihrem Leben sind?

Machen Sie sie zu Ihrer eigenen