Bildung
Coding-Bootcamp: Lohnen sich ein paar Monate Intensivkurs für den Einstieg als Entwickler?
Soll ich ein Vollzeit-Bootcamp für Webentwicklung oder Data Science machen, mit Bildungsgutschein oder selbst bezahlt, statt allein zu lernen oder eine Umschulung zum Fachinformatiker zu beginnen?
Bootcamps versprechen in wenigen Monaten den Sprung in die Softwareentwicklung. Oft zahlt die Agentur für Arbeit den Kurs per Bildungsgutschein, sofern Anbieter und Maßnahme zugelassen sind, Selbstzahler legen dagegen schnell einen vier- bis fünfstelligen Betrag hin. Einen anerkannten Berufsabschluss gibt es am Ende nicht, und Einstiegsstellen für Junior-Entwickler sind knapp geworden.
Kurze Antwort
Ein Bootcamp lohnt sich vor allem, wenn die Agentur für Arbeit es per Bildungsgutschein bezahlt, Sie vorher einige Wochen selbst programmiert haben und dabeibleiben wollen und der Anbieter Ihnen Absolventen nennen kann, die heute als Entwickler arbeiten. Zögern Sie, wenn Sie den Kurs auf Kredit selbst finanzieren müssten oder bei einem Arbeitgeber landen wollen, der einen Berufsabschluss verlangt. Dann ist die Umschulung zum Fachinformatiker mit IHK-Prüfung der sicherere, wenn auch längere Weg.
Vorlagen-Balance
Tendenz zu Nein
Die Nachteile haben die Nase vorn, aber es ist kein Erdrutsch.
Nach wenigen Monaten Vollzeit haben Sie ein Portfolio mit echten Projekten statt einer Sammlung von Zertifikaten
Als Selbstzahler legen Sie schnell einen vier- bis fünfstelligen Betrag hin, ohne Garantie auf eine Stelle
So entsteht das Ergebnis
Jeder Eintrag zählt mit dem Gewicht, das Sie ihm gegeben haben. Unterpunkte können ihren übergeordneten Punkt um bis zu 50 % verstärken oder abschwächen — Ihre eigene Bewertung bleibt stets maßgeblich.
Tippen Sie unten auf ein beliebiges Argument, um es auszuschalten und zu beobachten, wie sich die Balance verschiebt — Unterargumente verändern das Gewicht ihres übergeordneten Punkts.
Vorteile
Nachteile
Passen Sie die Argumente und Gewichtungen an Ihre Situation an — das Ergebnis wird live neu berechnet.
Prüfen Sie, bevor Sie entscheiden
- Programmieren Sie vier bis sechs Wochen mit kostenlosen Angeboten, bevor Sie einen Vertrag unterschreiben
- Suchen Sie den Kurs in der Weiterbildungssuche von mein NOW und prüfen Sie dort, ob Träger und Maßnahme zugelassen sind
- Vereinbaren Sie einen Beratungstermin bei der Agentur für Arbeit und bringen Sie Kursangebot und passende Stellenanzeigen mit
- Bitten Sie den Anbieter um Kontakt zu drei Absolventen des letzten Jahrgangs und fragen Sie nach deren Jobsuche
- Prüfen Sie bei Online-Kursen die ZFU-Zulassungsnummer und lesen Sie die Kündigungs- und Widerrufsregeln im Vertrag
- Werten Sie aktuelle Junior-Stellenanzeigen in Ihrer Region aus und notieren Sie, welche Sprachen, Abschlüsse und Tools verlangt werden
- Heben Sie alle Rechnungen auf, um selbst bezahlte Kosten in der Steuererklärung als Werbungskosten anzugeben
Häufig gestellte Fragen
- Bezahlt die Agentur für Arbeit ein Coding-Bootcamp?
- Oft ja, über einen Bildungsgutschein nach § 81 SGB III, wenn Sie arbeitslos oder von Arbeitslosigkeit bedroht sind und die Weiterbildung Ihre Chancen auf eine Stelle verbessert. Träger und Kurs müssen von einer fachkundigen Stelle zugelassen sein. Übernommen werden Lehrgangskosten, Prüfungsgebühren und Fahrtkosten, bei Bedarf auch Kinderbetreuung. Ein Rechtsanspruch besteht für ein Bootcamp nicht, bringen Sie deshalb Kursangebot und passende Stellenanzeigen mit ins Gespräch.
- Woran erkenne ich ein seriöses Bootcamp?
- Fragen Sie nach der AZAV-Zulassung, auch wenn Sie selbst zahlen, denn dabei wurden Konzept und Kosten geprüft. Läuft der Kurs überwiegend über aufgezeichnete Lektionen mit Lernkontrollen, braucht der Anbieter außerdem eine Zulassung der Staatlichen Zentralstelle für Fernunterricht (ZFU). Fehlt sie, ist der Vertrag nach Rechtsprechung des Bundesgerichtshofs nichtig. Lassen Sie sich zudem Absolventen des letzten Jahrgangs nennen und fragen Sie, wo diese heute arbeiten.
- Bootcamp oder Umschulung zum Fachinformatiker, was ist besser?
- Die geförderte Umschulung ist gegenüber der dreijährigen Ausbildung um ein Drittel verkürzt, dauert also rund zwei Jahre, und endet mit einer IHK-Prüfung. Dazu zahlt die Agentur 150 Euro Weiterbildungsgeld im Monat und unter bestimmten Voraussetzungen Prämien von 1.000 Euro für die Zwischen- und 1.500 Euro für die Abschlussprüfung. Das Bootcamp ist schneller und praxisnäher, Ihr Portfolio muss dann aber den fehlenden Abschluss aufwiegen.
- Kann ich ein selbst bezahltes Bootcamp von der Steuer absetzen?
- Haben Sie bereits eine Ausbildung oder ein Studium abgeschlossen, zählen Kursgebühr, Fahrtkosten und ein beruflich genutzter Laptop als Werbungskosten. Verdienen Sie im Kursjahr wenig oder nichts, entsteht ein Verlust, den das Finanzamt mit der Steuererklärung feststellt und in spätere Jahre vorträgt. Ohne abgeschlossene Erstausbildung bleibt nur der Abzug als Sonderausgaben, der in einem Jahr ohne Einkommen meist verpufft.
Soll ich ein Vollzeit-Bootcamp für Webentwicklung oder Data Science machen, mit Bildungsgutschein oder selbst bezahlt, statt allein zu lernen oder eine Umschulung zum Fachinformatiker zu beginnen?
Machen Sie sie zu Ihrer eigenen