Karriere
Quereinstieg in die IT: Lohnt sich der Wechsel noch?
Soll ich meinen bisherigen Beruf hinter mir lassen und über Umschulung, Weiterbildung oder Selbststudium in die IT wechseln?
Die Lücke bei IT-Fachkräften ist kleiner geworden, aber nicht verschwunden. Wer in Deutschland quer einsteigen will, findet geförderte Wege über Bildungsgutschein und IHK-Abschluss, trifft aber auf weniger Einstiegsstellen als noch 2023. Den Ausschlag geben Ihre Rücklagen, Ihr Lernrhythmus und die Frage, ob Ihr bisheriges Fachwissen in der IT etwas wert ist.
Kurze Antwort
Der Wechsel lohnt sich, wenn Sie die Arbeit vorher ausprobiert haben, ein bis zwei magere Jahre finanziell tragen können und Ihr bisheriges Fachwissen mitnehmen, etwa aus der Buchhaltung in die Finanzsoftware oder aus der Pflege in die Gesundheits-IT. Wer arbeitslos ist oder wem die Arbeitslosigkeit droht, fragt zuerst bei der Agentur für Arbeit nach einem Bildungsgutschein für die Umschulung zum Fachinformatiker. Warten Sie lieber, wenn Sie vor allem das Gehalt reizt und Sie ohne Plan als einer von vielen Junioren auf weniger gewordene Einstiegsstellen treffen würden.
Vorlagen-Balance
Zu knapp für eine Entscheidung
Die Seiten halten sich fast die Waage — versuchen Sie, große Punkte weiter aufzuschlüsseln.
Mein Fachwissen aus Buchhaltung, Pflege oder Logistik ist bei Anbietern von Branchensoftware gefragt
Zwei Jahre Vollzeit-Umschulung bedeuten zwei Jahre ohne mein bisheriges Gehalt
So entsteht das Ergebnis
Jeder Eintrag zählt mit dem Gewicht, das Sie ihm gegeben haben. Unterpunkte können ihren übergeordneten Punkt um bis zu 50 % verstärken oder abschwächen — Ihre eigene Bewertung bleibt stets maßgeblich.
Tippen Sie unten auf ein beliebiges Argument, um es auszuschalten und zu beobachten, wie sich die Balance verschiebt — Unterargumente verändern das Gewicht ihres übergeordneten Punkts.
Vorteile
Nachteile
Passen Sie die Argumente und Gewichtungen an Ihre Situation an — das Ergebnis wird live neu berechnet.
Prüfen Sie, bevor Sie entscheiden
- Vereinbaren Sie einen Termin bei der Berufsberatung im Erwerbsleben der Agentur für Arbeit und fragen Sie nach einem Bildungsgutschein
- Lassen Sie sich vor jeder Anmeldung schriftlich bestätigen, dass Träger und Kurs für die Förderung zugelassen sind
- Schauen Sie im Entgeltatlas der Bundesagentur nach, was Fachinformatiker in Ihrer Region tatsächlich verdienen
- Lesen Sie 20 Stellenanzeigen für Ihre Zielrolle und zählen Sie, wie oft Berufserfahrung, IHK-Abschluss oder gutes Englisch verlangt werden
- Rechnen Sie aus, wie viele Monate Ihre Rücklagen reichen, wenn das Einstiegsgehalt unter Ihrem jetzigen liegt
- Testen Sie vier Wochen lang feste Lernzeiten neben Job und Familie, bevor Sie irgendetwas kündigen
- Suchen Sie gezielt nach Firmen, deren Software Ihre alte Branche nutzt, denn dort zählt Ihr Fachwissen doppelt
Häufig gestellte Fragen
- Bezahlt die Arbeitsagentur eine Umschulung in die IT?
- Unter Umständen ja. Mit einem Bildungsgutschein übernehmen Agentur für Arbeit oder Jobcenter Lehrgangskosten, Lernmittel und Prüfungsgebühren, dazu teils Fahrt- und Kinderbetreuungskosten. Voraussetzung ist, dass die Weiterbildung nötig ist, um Arbeitslosigkeit zu beenden oder abzuwenden, und dass Träger und Kurs zugelassen sind. Beschäftigte werden nur gemeinsam mit ihrem Arbeitgeber gefördert. Wer die Zwischenprüfung besteht, kann eine Prämie von 1.000 Euro erhalten, für die bestandene Abschlussprüfung gibt es 1.500 Euro.
- Wie lange dauert eine Umschulung zum Fachinformatiker?
- Die reguläre Ausbildung dauert drei Jahre. Eine geförderte Umschulung muss laut Sozialgesetzbuch um mindestens ein Drittel kürzer sein, in der Praxis sind es also rund zwei Jahre in Vollzeit, meist mit einer längeren Praxisphase in einem Betrieb. Am Ende steht dieselbe IHK-Prüfung wie bei Auszubildenden. Das dauert länger als ein Bootcamp, bringt aber einen anerkannten Berufsabschluss, der bei tarifgebundenen Arbeitgebern und im öffentlichen Dienst über die Eingruppierung mitentscheidet.
- Bin ich mit 40 zu alt für den Quereinstieg?
- Eine Altersgrenze gibt es nicht, und viele Teams schätzen Leute, die eine Branche von innen kennen. Schwerer wiegt der Markt. Laut Bitkom erwartet mehr als die Hälfte der befragten Unternehmen, dass klassische Einstiegsaufgaben zunehmend wegfallen. Wer mit 40 wechselt, tritt deshalb besser nicht als beliebiger Junior an, sondern als Brücke zwischen alter und neuer Welt, etwa als Steuerfachangestellte bei einem Anbieter von Buchhaltungssoftware oder als Logistiker im SAP-Umfeld.
- Ist ein Bootcamp eine Alternative zur Umschulung?
- Für manche schon. Bootcamps dauern wenige Monate und sind sehr praxisnah, ersetzen aber keinen Berufsabschluss. Einige Anbieter sind für die Förderung zugelassen und lassen sich per Bildungsgutschein bezahlen, andere nicht. Fragen Sie das vor der Anmeldung schriftlich nach, sonst tragen Sie die Kosten selbst. Ein Bootcamp passt eher zu Menschen, die schon Grundlagen haben und schnell ein Portfolio brauchen.
Soll ich meinen bisherigen Beruf hinter mir lassen und über Umschulung, Weiterbildung oder Selbststudium in die IT wechseln?
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