Karriere
Startup oder Konzern: Wo sind Sie besser aufgehoben?
Sollten Sie das Angebot eines Startups annehmen oder lieber zu einem großen Unternehmen mit Tarifvertrag und Betriebsrat gehen?
In Deutschland ist der Abstand zwischen Startup und Konzern kleiner als in den USA, weil Krankenversicherung, Rente und Elterngeld nicht am Arbeitgeber hängen. Unterschiede liegen bei Tarifgehalt, Weihnachtsgeld, Betriebsrat und Kündigungsschutz, den ein Betrieb mit bis zu zehn Beschäftigten nicht bietet. Dafür lernen Sie im Startup schneller und bekommen oft virtuelle Anteile mit offenem Wert.
Kurze Antwort
Wechseln Sie ins Startup, wenn Sie ein, zwei Jahre mit weniger Gehalt und ohne Weihnachtsgeld auskommen, schnell Verantwortung wollen und virtuelle Anteile als Lotterielos statt als Gehalt betrachten. Prüfen Sie dabei, ob die Firma mehr als zehn Beschäftigte hat und wie lange das Geld aus der letzten Finanzierungsrunde reicht. Bleiben Sie beim Konzern, wenn Sie am Anfang Ihrer Laufbahn Struktur und Vorbilder brauchen, allein eine Familie versorgen oder eine laufende Baufinanzierung ein sicheres Einkommen verlangt.
Vorlagen-Balance
Zu knapp für eine Entscheidung
Die Seiten halten sich fast die Waage — versuchen Sie, große Punkte weiter aufzuschlüsseln.
Im Startup verantworte ich früh ganze Themen statt eines kleinen Ausschnitts
Konzerne zahlen oft nach Tarif mit Weihnachts- und Urlaubsgeld, Startups selten
So entsteht das Ergebnis
Jeder Eintrag zählt mit dem Gewicht, das Sie ihm gegeben haben. Unterpunkte können ihren übergeordneten Punkt um bis zu 50 % verstärken oder abschwächen — Ihre eigene Bewertung bleibt stets maßgeblich.
Tippen Sie unten auf ein beliebiges Argument, um es auszuschalten und zu beobachten, wie sich die Balance verschiebt — Unterargumente verändern das Gewicht ihres übergeordneten Punkts.
Vorteile
Nachteile
Passen Sie die Argumente und Gewichtungen an Ihre Situation an — das Ergebnis wird live neu berechnet.
Prüfen Sie, bevor Sie entscheiden
- Beide Angebote nach fester Vergütung vergleichen, also Grundgehalt, Weihnachts- und Urlaubsgeld und Betriebsrente, ohne die Anteile
- Fragen, wie viele Monate das Geld reicht, wann die letzte Finanzierungsrunde war und wer investiert hat
- Den VSOP-Vertrag lesen, besonders Vesting, Cliff und was beim Ausscheiden mit den Anteilen passiert
- Nachfragen, wie viele Beschäftigte das Startup hat und ob es einen Betriebsrat gibt
- Rücklagen für mindestens drei bis sechs Monatsausgaben bereithalten, bevor Sie unterschreiben
- Mit zwei oder drei aktuellen oder ehemaligen Mitarbeitenden über Arbeitszeiten und Führung sprechen, etwa über LinkedIn oder Kununu
Häufig gestellte Fragen
- Was sind virtuelle Anteile (VSOP) wert?
- Häufig nichts, solange es keinen Verkauf oder Börsengang gibt. Ein VSOP ist kein echter Anteil, sondern ein Versprechen auf eine Zahlung beim Exit, und diese Zahlung wird wie Gehalt mit Ihrem persönlichen Steuersatz versteuert. Bei echten Anteilen bleiben bis zu 2.000 Euro Vorteil im Jahr steuerfrei, wenn das Angebot allen offensteht, die mindestens ein Jahr im Unternehmen sind. Bewerten Sie ein Angebot deshalb nach dem Fixgehalt und sehen Sie Anteile als möglichen Bonus.
- Habe ich im Startup Kündigungsschutz?
- Nach dem Kündigungsschutzgesetz erst nach sechs Monaten und nur, wenn der Betrieb regelmäßig mehr als zehn Arbeitnehmer beschäftigt. Azubis zählen dabei nicht mit, Teilzeitkräfte anteilig. In einem kleinen Startup braucht der Arbeitgeber also auch nach Jahren keinen sozial gerechtfertigten Grund, es gelten nur die Kündigungsfristen. In der Probezeit reichen zwei Wochen. Konzerne haben dagegen fast immer einen Betriebsrat und oft Tarifverträge mit längeren Fristen.
- Was passiert mit meinem Gehalt, wenn das Startup pleitegeht?
- Für offene Löhne der letzten drei Monate vor dem Insolvenzereignis zahlt die Agentur für Arbeit Insolvenzgeld. Den Antrag müssen Sie innerhalb von zwei Monaten nach dem Insolvenzereignis stellen, sonst verfällt der Anspruch. Endet danach Ihr Arbeitsverhältnis, haben Sie bei ausreichender Beschäftigungszeit Anspruch auf Arbeitslosengeld, ohne Sperrzeit, weil die Kündigung nicht von Ihnen ausging.
- Wo lerne ich am Anfang der Karriere mehr?
- Sie lernen unterschiedliche Dinge. Im Startup übernehmen Sie früh Verantwortung für ganze Themen und sehen, wie ein Geschäft funktioniert, oft aber ohne erfahrene Vorbilder und mit viel Improvisation. Konzerne bieten Traineeprogramme, strukturierte Weiterbildung und Fachleute, denen Sie das Handwerk abschauen können, dafür dauern Entscheidungen länger. Viele starten deshalb im Konzern und wechseln mit Erfahrung ins Startup, wo sie dann mehr Gewicht haben.
Sollten Sie das Angebot eines Startups annehmen oder lieber zu einem großen Unternehmen mit Tarifvertrag und Betriebsrat gehen?
Machen Sie sie zu Ihrer eigenen