Business
Eigenes Unternehmen gründen: Lohnt sich der Schritt vom Angestellten zum Chef?
Sollten Sie ein eigenes Geschäft aufbauen, mit Investitionen, Kredit und vielleicht Mitarbeitern, oder ist das Risiko für Ihre Lage zu groß?
Rund 690.000 Menschen haben sich 2025 laut KfW-Gründungsmonitor selbstständig gemacht, mehr als zwei Drittel davon im Nebenerwerb. Wer einen Laden, eine Werkstatt oder ein Café mit Miete, Kredit und Personal aufbaut, trägt ein anderes Risiko als ein Freelancer. Nach fünf Jahren ist laut Statistischem Bundesamt nicht einmal jede zweite Neugründung noch aktiv, im Handwerk dagegen gut zwei Drittel.
Kurze Antwort
Gründen Sie, wenn Sie Erfahrung in der Branche mitbringen, erste Kunden oder Aufträge in Sicht sind und Ihre Ersparnisse neben dem Startkapital auch ein Jahr mit wenig Einkommen tragen. Halten Sie die Fixkosten klein, prüfen Sie einen Start im Nebenerwerb oder eine Übernahme, und lassen Sie den Finanzplan bei IHK oder Handwerkskammer gegenlesen. Ist das Geschäft vom ersten Tag an auf Kredit, Ladenmiete und Personal angewiesen und kennen Sie die Branche nur als Kunde, bleiben Sie vorerst angestellt.
Vorlagen-Balance
Tendenz zu Nein
Die Nachteile haben die Nase vorn, aber es ist kein Erdrutsch.
Ich entscheide selbst über Angebot, Preise, Team und die Richtung des Geschäfts
Als Einzelunternehmer hafte ich mit meinem gesamten Privatvermögen für die Schulden des Betriebs
So entsteht das Ergebnis
Jeder Eintrag zählt mit dem Gewicht, das Sie ihm gegeben haben. Unterpunkte können ihren übergeordneten Punkt um bis zu 50 % verstärken oder abschwächen — Ihre eigene Bewertung bleibt stets maßgeblich.
Tippen Sie unten auf ein beliebiges Argument, um es auszuschalten und zu beobachten, wie sich die Balance verschiebt — Unterargumente verändern das Gewicht ihres übergeordneten Punkts.
Vorteile
Nachteile
Passen Sie die Argumente und Gewichtungen an Ihre Situation an — das Ergebnis wird live neu berechnet.
Prüfen Sie, bevor Sie entscheiden
- Sprechen Sie mit mindestens zehn möglichen Kunden und fragen Sie, was sie heute bezahlen und warum sie wechseln würden
- Schreiben Sie einen Businessplan mit Investitionen, monatlichen Fixkosten und dem Umsatz, ab dem Ihr eigenes Gehalt gedeckt ist
- Lassen Sie Plan und Finanzierung bei der Gründungsberatung von IHK oder Handwerkskammer gegenprüfen
- Fragen Sie Ihre Hausbank nach dem ERP-Gründerkredit StartGeld, bevor Sie Miet- oder Kaufverträge unterschreiben
- Klären Sie bei der Handwerkskammer, ob Ihr Gewerbe meisterpflichtig ist, und beim Gewerbeamt, welche Erlaubnisse nötig sind
- Wählen Sie die Rechtsform mit Blick auf die Haftung und gründen Sie GmbH oder UG beim Notar, wenn Ihr Privatvermögen geschützt bleiben soll
- Vereinbaren Sie mit Ihrer Familie, wie lange Sie es versuchen und ab welchem Verlust Sie aufhören
Häufig gestellte Fragen
- Wie viel Startkapital brauche ich, und woher bekomme ich es?
- Das hängt stark vom Geschäft ab. Ein kleiner Onlineshop kommt oft mit wenigen Tausend Euro aus, ein Café oder eine Werkstatt braucht für Einrichtung, Kaution und Ware schnell sechsstellige Summen. Neben Ersparnissen ist der ERP-Gründerkredit StartGeld der KfW der Klassiker, mit bis zu 200.000 Euro, beantragt über die Hausbank, der die KfW 80 Prozent des Ausfallrisikos abnimmt. Planen Sie zusätzlich Rücklagen für Ihren privaten Lebensunterhalt in der Anlaufzeit ein.
- Brauche ich für mein Geschäft einen Meisterbrief?
- Nur in den 53 zulassungspflichtigen Handwerken der Handwerksordnung, darunter Elektrotechniker, Installateur und Heizungsbauer, Kfz-Techniker, Bäcker, Friseure und Fliesenleger. Dort müssen Sie oder ein angestellter Betriebsleiter die Meisterprüfung oder eine gleichwertige Qualifikation mitbringen, bevor die Handwerkskammer Sie in die Handwerksrolle einträgt, Ausnahmebewilligungen sind möglich. Für Handel, Onlineshops und die meisten Dienstleistungen reicht die Gewerbeanmeldung. In der Gastronomie kommen die Belehrung beim Gesundheitsamt und je nach Bundesland eine Gaststättenerlaubnis dazu.
- GmbH, UG oder Einzelunternehmen: Was schützt mein Privatvermögen?
- Als Einzelunternehmer haften Sie mit allem, was Sie besitzen, also auch mit Erspartem und Ihrer Eigentumswohnung. Eine GmbH braucht mindestens 25.000 Euro Stammkapital, die UG (haftungsbeschränkt) kommt mit weniger aus, muss aber jedes Jahr ein Viertel ihres Überschusses zurücklegen, bis das GmbH-Kapital erreicht ist. Ganz verschwindet das Risiko trotzdem nicht, denn für Bankkredite und Gewerbemiete verlangen Geldgeber von jungen Firmen meist eine persönliche Bürgschaft.
- Wie hoch ist das Risiko, dass mein Unternehmen scheitert?
- Von den 2018 gegründeten Unternehmen waren laut Statistischem Bundesamt fünf Jahre später 44 Prozent noch aktiv, im Handwerk 68 Prozent, in der Gastronomie nur gut ein Drittel. Nicht mehr aktiv heißt dabei nicht automatisch pleite, viele Betriebe werden aufgegeben, verkauft oder fallen unter die Umsatzschwelle der Statistik. Bessere Karten haben Gründungen mit Branchenerfahrung, niedrigen Fixkosten und Kunden, die schon vor dem Start zugesagt haben.
Sollten Sie ein eigenes Geschäft aufbauen, mit Investitionen, Kredit und vielleicht Mitarbeitern, oder ist das Risiko für Ihre Lage zu groß?
Machen Sie sie zu Ihrer eigenen