Karriere

Beruf wechseln mit 35, 45 oder 55: Lohnt sich der Neustart?

Lohnt es sich, mit Umschulung und anfangs weniger Gehalt in einen ganz anderen Beruf umzusatteln, oder sollten Sie lieber innerhalb Ihres Fachs neu ansetzen?

Wer in Deutschland umsatteln will, sollte die Spielregeln kennen, bevor er kündigt. Eine Eigenkündigung kostet beim Arbeitslosengeld in der Regel zwölf Wochen Sperrzeit, eine Umschulung mit Bildungsgutschein wird dagegen gefördert und mit Prämien belohnt. Und wer mit 45 wechselt, hat bis zur Regelaltersgrenze von 67 noch über zwanzig Berufsjahre vor sich.

Kurze Antwort

Satteln Sie um, wenn die Unlust Sie schon durch mehrere Firmen begleitet und Sie ein bis zwei Jahre mit weniger Geld überbrücken können. Kündigen Sie aber nicht auf gut Glück. Eine Eigenkündigung bringt in der Regel zwölf Wochen Sperrzeit beim Arbeitslosengeld, und wer vorher mit der Berufsberatung der Agentur für Arbeit spricht, kommt womöglich an einen Bildungsgutschein für die Umschulung. Liegt das Problem nur bei Ihrem jetzigen Arbeitgeber, ist ein Jobwechsel im eigenen Beruf der deutlich günstigere Weg.

Vorlagen-Balance

Zu knapp für eine Entscheidung

Die Seiten halten sich fast die Waage — versuchen Sie, große Punkte weiter aufzuschlüsseln.

48%
Dafür
52%
Dagegen
Stärkster Vorteil

Eine Umschulung mit Bildungsgutschein kann komplett von der Agentur für Arbeit bezahlt werden

Größtes Risiko

Kündige ich selbst, droht beim Arbeitslosengeld eine Sperrzeit von zwölf Wochen

So entsteht das Ergebnis

Jeder Eintrag zählt mit dem Gewicht, das Sie ihm gegeben haben. Unterpunkte können ihren übergeordneten Punkt um bis zu 50 % verstärken oder abschwächen — Ihre eigene Bewertung bleibt stets maßgeblich.

Tippen Sie unten auf ein beliebiges Argument, um es auszuschalten und zu beobachten, wie sich die Balance verschiebt — Unterargumente verändern das Gewicht ihres übergeordneten Punkts.

Vorteile

Nachteile

Machen Sie sie zu Ihrer eigenen

Passen Sie die Argumente und Gewichtungen an Ihre Situation an — das Ergebnis wird live neu berechnet.

Prüfen Sie, bevor Sie entscheiden

  • Einen Termin bei der Berufsberatung im Erwerbsleben der Agentur für Arbeit vereinbaren, bevor Sie kündigen
  • Im Arbeitsvertrag Kündigungsfrist und mögliche Rückzahlungsklauseln für bezahlte Fortbildungen nachlesen
  • Ausrechnen, wie viele Monate Ihre Rücklagen bei zwölf Wochen Sperrzeit und niedrigerem Einstiegsgehalt tragen
  • Prüfen, ob für den Zielberuf eine Umschulung, eine Teilqualifikation oder eine Externenprüfung bei IHK oder Handwerkskammer infrage kommt
  • Drei Menschen aus dem Zielberuf fragen, was sie an ihrem Arbeitsalltag am meisten nervt
  • Den Beruf vorab testen, etwa mit einem Praktikum im Urlaub, einem Ehrenamt oder einem kleinen Nebenprojekt
  • Belege für Kurse und Prüfungen sammeln, um sie in der Steuererklärung als Werbungskosten anzugeben

Häufig gestellte Fragen

Bekomme ich Arbeitslosengeld, wenn ich selbst kündige, um umzusatteln?
In der Regel erst nach einer Sperrzeit von zwölf Wochen. So lange ruht der Anspruch, und die gesamte Bezugsdauer schrumpft um mindestens ein Viertel. Ausnahmen gibt es nur bei einem wichtigen Grund, über den die Agentur für Arbeit im Einzelfall entscheidet. Sicherer ist es, den neuen Weg aus der bestehenden Stelle heraus vorzubereiten und erst zu kündigen, wenn der Umschulungsplatz oder der neue Vertrag feststeht.
Zahlt die Agentur für Arbeit meine Umschulung?
Oft ja, wenn die Beratung die Umschulung für nötig hält, damit Sie dauerhaft Arbeit finden. Dann gibt es einen Bildungsgutschein für einen zugelassenen Träger, der Lehrgangskosten, Fahrtkosten und teils Kinderbetreuung abdeckt. Wer währenddessen Arbeitslosengeld bezieht, erhält bei abschlussorientierten Maßnahmen 150 Euro Weiterbildungsgeld im Monat, dazu unter bestimmten Voraussetzungen 1.000 Euro für die bestandene Zwischenprüfung und 1.500 Euro für die Abschlussprüfung. Auch Beschäftigte können gefördert werden.
Bin ich mit Mitte 40 zu alt für einen neuen Beruf?
Selten. Die Regelaltersgrenze liegt für alle ab Jahrgang 1964 bei 67 Jahren, wer mit 45 umsattelt, arbeitet also noch gut zwei Jahrzehnte im neuen Feld. In Pflege, Kita, Handwerk oder IT suchen viele Betriebe ausdrücklich Quereinsteiger. Schwerer wiegen meist das finanzielle Polster und die Frage, ob Sie noch einmal als Neuling anfangen mögen.
Wo bekomme ich neutrale Beratung zum Berufswechsel?
Die Agentur für Arbeit bietet mit der Berufsberatung im Erwerbsleben eine kostenfreie Beratung für Beschäftigte an, vor Ort, per Telefon oder per Video. Dort klären Sie, ob eine Umschulung, eine Teilqualifikation oder eine Externenprüfung zum Abschluss im Wunschberuf führt. Wer eine Aufstiegsfortbildung wie Meister, Techniker oder Fachwirt anstrebt, sollte zusätzlich das Aufstiegs-BAföG prüfen.

Lohnt es sich, mit Umschulung und anfangs weniger Gehalt in einen ganz anderen Beruf umzusatteln, oder sollten Sie lieber innerhalb Ihres Fachs neu ansetzen?

Machen Sie sie zu Ihrer eigenen