Gesellschaft & Ethik
Soll ich ein Ehrenamt übernehmen? Was freiwilliges Engagement kostet und bringt
Passt ein regelmäßiges Ehrenamt im Verein, bei der Tafel oder im Hospiz zu meinem Alltag, oder überfordere ich mich damit?
Rund 27 Millionen Menschen in Deutschland engagieren sich freiwillig, die meisten im Sport, viele im sozialen Bereich, in Schule oder Kirche. Ein Ehrenamt bringt Kontakte, Sinn und manchmal eine steuerfreie Aufwandsentschädigung. Es bindet aber feste Termine, und Vereine verlassen sich darauf. Prüfen Sie ehrlich, wie viel Zeit Sie verlässlich übrig haben.
Kurze Antwort
Übernehmen Sie ein Ehrenamt, wenn Sie über mindestens ein halbes Jahr einen festen Termin verlässlich freihalten können und die Aufgabe zu dem passt, was Sie geben möchten, ob Training im Sportverein, Ausgabe bei der Tafel oder Begleitung im Hospiz. Ist Ihr Kalender schon voll oder unberechenbar, starten Sie besser mit einzelnen Aktionstagen. Klären Sie vorab Einarbeitung, Versicherungsschutz und ein mögliches Führungszeugnis.
Vorlagen-Balance
Zu knapp für eine Entscheidung
Die Seiten halten sich fast die Waage — versuchen Sie, große Punkte weiter aufzuschlüsseln.
Regelmäßiges Engagement bringt Struktur, Sinn und Kontakte jenseits von Büro und Familie
Ein Ehrenamt bindet feste Termine, an denen Training, Ausgabe oder Dienst ohne Sie ausfallen
So entsteht das Ergebnis
Jeder Eintrag zählt mit dem Gewicht, das Sie ihm gegeben haben. Unterpunkte können ihren übergeordneten Punkt um bis zu 50 % verstärken oder abschwächen — Ihre eigene Bewertung bleibt stets maßgeblich.
Tippen Sie unten auf ein beliebiges Argument, um es auszuschalten und zu beobachten, wie sich die Balance verschiebt — Unterargumente verändern das Gewicht ihres übergeordneten Punkts.
Vorteile
Nachteile
Passen Sie die Argumente und Gewichtungen an Ihre Situation an — das Ergebnis wird live neu berechnet.
Prüfen Sie, bevor Sie entscheiden
- Überlegen Sie, ob Sie mit Menschen arbeiten, Fachwissen einbringen oder lieber praktisch anpacken möchten
- Lassen Sie sich bei der Freiwilligenagentur Ihrer Stadt beraten oder durchsuchen Sie die Ehrenamtsbörse Ihres Landes
- Vereinbaren Sie einen Schnuppertag oder eine Probezeit, bevor Sie sich festlegen
- Fragen Sie nach Einarbeitung, festen Ansprechpartnern sowie Unfall- und Haftpflichtversicherung
- Beantragen Sie ein nötiges Führungszeugnis mit Bestätigung der Organisation, dann entfällt die Gebühr
- Klären Sie, ob Fahrtkosten erstattet werden oder eine Ehrenamtspauschale gezahlt wird
- Bestehen Sie bei belastenden Aufgaben wie Hospiz oder Krisentelefon auf Supervision und Austauschtreffen
Häufig gestellte Fragen
- Wie viel darf ich für ein Ehrenamt steuerfrei bekommen?
- Seit 2026 bleiben Aufwandsentschädigungen für ein Ehrenamt bei gemeinnützigen Vereinen oder öffentlichen Stellen bis 960 Euro im Jahr steuerfrei. Wer nebenberuflich als Übungsleiterin, Trainer, Ausbilder oder in der Pflege tätig ist, kann über die Übungsleiterpauschale bis 3.300 Euro im Jahr steuerfrei erhalten. Für dieselbe Tätigkeit lassen sich beide Pauschalen nicht kombinieren. Viele Ehrenamtliche bekommen ohnehin nur Fahrtkosten erstattet oder gar nichts.
- Brauche ich ein Führungszeugnis, und was kostet es?
- Bei Aufgaben mit Kindern und Jugendlichen verlangen Vereine und Träger in der Regel ein erweitertes Führungszeugnis. Normalerweise kostet es 13 Euro. Für eine ehrenamtliche Tätigkeit bei einer gemeinnützigen Einrichtung oder einer Behörde entfällt die Gebühr, wenn Sie eine Bestätigung der Organisation vorlegen. Beantragen können Sie es im Bürgeramt oder online beim Bundesamt für Justiz.
- Bin ich im Ehrenamt versichert?
- Oft ja, aber nicht automatisch. Wer für eine Kommune, einen Wohlfahrtsverband, die Freiwillige Feuerwehr oder einen Rettungsdienst hilft, ist in vielen Fällen gesetzlich unfallversichert. Für andere Vereine haben zahlreiche Bundesländer Sammelverträge für Unfall- und Haftpflichtschutz abgeschlossen. Fragen Sie vor dem ersten Einsatz nach, welcher Schutz für Ihre Aufgabe gilt.
- Wie finde ich ein Ehrenamt, das zu mir passt?
- Freiwilligenagenturen in vielen Städten beraten kostenlos und vermitteln Einsätze, von der Tafel über Lesepatenschaften bis zur Hilfe für Geflüchtete. Wer wenig planen kann, sucht nach Projektengagement wie Aktionstagen oder Vereinsfesten. Nach einer gewissen Zeit im Einsatz gibt es in vielen Bundesländern eine Ehrenamtskarte mit Vergünstigungen in Museen, Bädern oder Freizeiteinrichtungen.
Passt ein regelmäßiges Ehrenamt im Verein, bei der Tafel oder im Hospiz zu meinem Alltag, oder überfordere ich mich damit?
Machen Sie sie zu Ihrer eigenen